Klärende Stellungnahme des islamischen Zentrums Imam Ali (a.s.) – Wien

Klärende Stellungnahme des islamischen Zentrums Imam Ali (a.s.) – Wien

Aufgrund einiger Medienberichte der letzten Zeit, möchte das islamische Zentrum Imam Ali (a.s.) eine klärende Stellungnahme veröffentlichen. Wir befinden uns in einer Zeit, in der Extremisten und Terroristen, wie jene, die in den vergangenen Wochen eine Gruppe von friedlich betenden Muslimen auf brutale Art und Weise ermordet haben, versuchen, die Gesellschaft zu polarisieren und zu spalten. Politiker, aufgeklärten Denker, religiöse Führungspersönlichkeiten, Medien und auch die Menschen in aller Welt versuchen, durch die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts, der Gewalt und dem Extremismus Einhalt zu gebieten, um zu verhindern, dass die Extremisten ihre Ziele erreichen. Umso mehr überrascht es, dass gerade zu diesem Zeitpunkt einige Zeitschriften versuchen, einen entgegengesetzten Weg einzuschlagen, was sicherlich nicht zur Stärkung des Einheitsgefühls innerhalb der Bevölkerung dienlich ist. Das islamische Zentrum Imam Ali weist eine nun schon fast drei Jahrzehnte andauernde, gesetzeskonforme Tätigkeit in Österreich auf und war in seiner Tätigkeit fortwährend transparent. Jederzeit standen die Tore allen Besuchern unabhängig von ihrer Konfession und ohne Einschränkungen offen. Bisher wurde dem Zentrum von keiner offiziellen Stelle in Österreich eine radikale Strömung vorgeworfen. Die Übersiedlung des Zentrums an einen neuen Standort war notwendig, weil der vorherige Standort nicht mehr ausreichte und die starke Frequentierung durch gläubige Muslime zu Lärmbelästigungen bei den umliegenden Nachbarn und einem erhöhten Verkehrsaufkommen führte. Für die Übersiedlung wurden alle notwendigen Genehmigungen, die für die Aktivitäten am alten Standort vorhanden waren, eingeholt. Darüber hinaus fand die Übersiedlung mit Wissen und unter direkter Aufsicht der zuständigen Stellen statt. Der neue Imam, der seine Tätigkeit seit kurzem begonnen hat, wies in seinen ersten offiziellen Stellungnahmen unmissverständlich darauf hin, dass jegliche Verbreitung von Gewalt und Hass zu verurteilen ist. Vernunft, Logik und Anstand gebieten, diese offiziellen Stellungnahmen zur Grundlage jeglicher Bewertung zu nehmen und niemanden für etwas, das er nicht getan oder gesagt hat, zu verurteilen. Für Personen, die mit dem schiitischen islamischen Religionssystem sowie muslimischen Einrichtungen bekannt sind, wird es klar sein, dass die religiöse Führung eine von Politik, Regierungen und sogar Nationen unabhängige Einrichtung ist. So wie seine Eminenz der Papst eine solche Position unter den Katholiken einnimmt, nimmt diese Position auch die religiöse Führung unter den Schiiten ein. Die Beziehung der gläubigen Muslime schiitischer Rechtsschule zur religiösen Führung basiert also auf einer religiösen Ebene und kann nicht politisch gedeutet werden. Moscheen und religiöse Einrichtungen basieren auf der gleichen Logik, in welcher die Beziehung zur religiösen Führung sowie die Befolgung der islamischen Gebote eine rein religiöse Ebene darstellt. Darüber hinaus ist es eine langwährende Tradition, dass ein Großteil der kulturellen oder religiösen Einrichtung auch in islamischen Ländern wie dem Iran an kulturelle Stellen oder religiöse Führungen im Ausland gebunden sind. Die Kulturvertretung Österreichs in Teheran oder die deutschsprachige Kirche, mit einem Bestand von rund 60 Jahren, sind nur einige Beispiele dafür. Religiöse Einrichtungen mit einer interkulturellen bzw. interreligiösen Grundlage haben fortwährend den kulturellen Austausch, die Erweiterung der Toleranz und Förderung der Integration vorangetrieben und gepflegt und einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt des Geistes der Freundschaft unter den Völkern geleistet. Österreich greift in diesem Zusammenhang auf eine lange und lobenswerte Vergangenheit zurück. Es besteht die Hoffnung, dass auch die Medien dem gerecht werden und zum Weiterbestand dieser langen Tradition einen positiven Beitrag leisten

Islamisches Zentrum Imam Ali – Wien

Tuesday 26 March 2019