Tauhid

Tauḥīd ist der Glaube, dass es nur einen Gott gibt, also der Glaube an die Einheit Gottes. Es ist der grundlegendste und zentrale Glaubensinhalt im Islam. Die erste Lehre, die der Prophet (s) (die Propheten) den Menschen übermittelten, war der Monotheismus, der mit diesem Bekenntnis ausgedrückt wurde: “La Ilah Illa Allah” (Es gibt keinen Gott außer Allah). Alle ideologischen, moralischen und rechtswissenschaftlichen (fiqhi) Lehren des Islam gehen auf Tauhid zurück. In Adhan (Ruf zum Gebet) und in den Gebeten bezeugen die Muslime die Einheit Gottes. Tauhid steht im Gegensatz zu Schirk. Die muslimischen Theologen haben es in verschiedene Stufen eingeteilt: essentieller Monotheismus, praktischer Monotheismus, Anbetungsmonotheismus, Attributmonotheismus. Im theoretischen Monotheismus umfasst der Glaube alle Aspekte und Eigenschaften Gottes. Gott hat eine einzigartige Essenz darin, dass es kein Ihm ähnliches gibt (essentieller Monotheismus oder al-Tauhid al-Dhati), und Er braucht keinen anderen, während andere Wesen Ihn brauchen (praktischer Monotheismus oder al-Tauhid al-Af’ali). Dies impliziert, dass nur Gott es wert ist, verehrt zu werden und Muslime ihre religiösen Praktiken nur für Gott ausüben sollten (Anbetungsmonotheismus oder al-Tauhid al-‘Ibadi). Nach den Schiiten sind selbst die Attribute Gottes nicht getrennt von der Essenz Gottes – sie sind nichts außer Essenz Gottes (Attributmonotheismus oder al-Tauhid al-Sifati ).
Viele Verse des Korans beziehen sich auf den Monotheismus und die Existenz Gottes. Nach dem Koran ist der Monotheismus in der Natur (Fitra) des Menschen verwurzelt, alle Propheten forderten den Monotheismus und beschäftigten sich hauptsächlich mit dem Kampf gegen den Polytheismus/ Götzendienst (Schirk) – ihr Ziel war, dem Polytheismus zu widerstehen und die Verehrung des einzigen Gottes zu verbreiten. Es gibt viele Argumente, die zur Unterstützung des Monotheismus herangezogen werden. Sie stammen aus dem Koran und aus Äußerungen der Imame sowie aus der spekulativen islamischen Tradition. Die wichtigsten von ihnen sind: das Argument von Gottes notwendiger Existenz und das Argument des Antagonismus. Einige Muslime haben das Wort “Ibada” (oder “Anbetung”) so interpretiert, dass sie in die Lage versetzt zu behaupten, dass einige gängige Verhaltensweisen von Muslimen nicht mit dem Monotheismus vereinbar sind. Der Gedanke wurde von der Mehrheit der schiitischen und sunnitischen Gelehrten kritisiert und abgelehnt.

 

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Sunday 13 May 2018